Steinerne Zeugen der Ortsgeschichte von Weiler

Weiler800JahreKirche001 „Wenn Steine reden könnten…. „ mit dieser Redensart bringt mancher Zeitgenosse gleichermaßen seine Ehrfurcht vor einem bedeutenden Bauwerk, als auch die Achtung vor der Geschichte zum Ausdruck; denn Steine sind standhafte Zeugen einer Siedlungs- und Kirchengeschichte. Oftmals haben sie den Grundstein für Städte und Ortschaften gelegt, die von einer ehemals kleinen Häuser-Ansammlung heute zu stattlichen Ortschaften herangewachsen sind. Gerade so wie in Weiler wo an diesem Wochenende, 21. und 22. September, zunächst mit einem Festbankett am Samstagabend ab 19 Uhr und dann am Sonntag ab 10.30 Uhr mit einem großen Jubiläumsfest das 800jährige Ortsjubiläum gefeiert wird. Wenngleich die urkundliche Erwähnung von Weiler „erst“ auf das Jahr 1219 datiert, so geht man doch davon aus, dass das Schloss, das einst in Weiler stand und von dem heute nur noch ein Straßenname und eine Gewannbezeichnung hindeuten um das Jahr 1000 von den Grafen Calw errichtet wurde und gleichsam als nicht geschichtlich belegter Ursprung von Weiler anzunehmen  ist.

Weiler800JahreKirche004Im direkten Zusammenhang mit der Ortsgeschichte steht auch die Dorfkirche, die mit ihrem wuchtigen Turm die Ortsmitte von Weiler überragt und die Ansicht weithin prägt. Fachleute gehen davon aus, dass der Kirchturm im 13 Jahrhundert errichtet wurde. Erst 1770 wurde das Langhaus in der heutigen Form an den Kirchturm angebaut. Dazu wurden auch Steine der Schlossruine verwendet. Im geschichtlichen Zusammenhang mit dem ehemaligen Schloss auch deshalb, weil der Chorraum im 16. und bis Anfang des 17. Jahrhunderte als Begräbnisstätte für die damaligen Schlossherren diente. So sind heute in der äußerlich recht schlicht wirkenden Kirche als kleiner Schatz die Grabplatten ehemaliger Adelsgeschlechter aufgestellt und halten als steinerne Zeugen den Geist an früherer Zeiten aufrecht. Wenngleich die gegenständliche Darstellung insbesondere die Grabplatte des Johann Eberhard Holdermann von Holderstein noch gewisse Rätsel aufgibt so können die Weilermer doch stolz auf ein Stück Kirchen- und Adelsgeschichte am Ort sein.